Wie Russland versucht, afrikanische Studenten anzulocken
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Wie Russland versucht, afrikanische Studenten anzulocken – DW – 01.11.2025 *
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BildungAfrika
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Wie Russland versucht, afrikanische Studenten anzulocken Privilege Musvanhiri
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01.11.20251. November 2025
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Russland baut seine Beziehungen zu afrikanischen Staaten aus, die sich vom westlichen Einfluss distanzieren wollen.
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Eines der wichtigsten Instrumente: die akademische Diplomatie.
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https://p.dw.com/p/52lYE
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Immer mehr Menschen aus Afrika interessieren sich für ein Studium in Russland - wie hier, an der Russischen Universität für Völkerfreundschaft in Moskau, die offiziell wieder Kongos Nationalheld Patrice Lumumba im Namen trägtBild: Anton Novoderezhkin/TASS/
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IMAGO
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Sie stehen zurzeit hoch im Kurs:
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Im Jahr 2025 hat Russland über 5000 staatlich finanzierte Studienplätze für afrikanische Studenten vergeben.
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Mehr als 40.000 Bewerbungen waren eingegangen - doppelt so viele wie im Vorjahr, schreibt die russische Agentur fĂĽr Kulturdiplomatie Rossotrudnitschestwo.
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Die meisten Bewerber kamen aus dem Sudan, Guinea, Ghana und dem Tschad.
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Die Behörden berichten auch von einem wachsenden Interesse an russischen Sprachkursen.
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Die große Nachfrage nach einem Platz an einer russischen Universität kommt für Beobachter wenig überraschend.
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Unter Präsident Wladimir Putin hat Moskau versucht, die Beziehungen aus Zeiten der Sowjetunion wiederzubeleben und neue Allianzen in Afrika aufzubauen, um seinen globalen Einfluss während der Konfrontation mit dem Westen zu vergrößern.
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Seit seiner Invasion in der Ukraine im Jahr 2022 wendet sich Russland zunehmend an Länder des globalen Südens, um der internationalen Isolation entgegenzuwirken.
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Russland wirbt mit Bildung, Energie und militärischer Zusammenarbeit als Form des Engagements.
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Russland bemüht sich verstärkt mit freundschaftlichen Gesten um afrikanische Nationen, insbesondere um die Staaten der Sahelzone, wie hier mit Lebensmittellieferungen an Burkina
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FasoBild:
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FANNY NOARO-KABRE/AFP "Stipendien anzubieten, ist der billigste Weg, um VerbĂĽndete zu gewinnen.
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Russland braucht im Moment Verbündete", sagt die russische Historikerin Irina Filatova, emeritierte Professorin an der Universität von KwaZulu-Natal in Südafrika, gegenüber der DW.
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"Russland hat sich ein Image geschaffen, das es als antikolonial darstellt, und die Afrikaner sind damit einverstanden", fĂĽgt sie hinzu.
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Noch zieht es aber deutlich mehr afrikanische Studenten in die Europäischen Union oder die Vereinigten Staaten als nach Russland.
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Laut einer Studie der staatlichen Agentur Campus France war in den Jahren 2021/22 Frankreich das beliebteste Zielland mit 92.000 Studierenden aus Subsahara-Afrika, gefolgt von den USA mit knapp 42.000 Studierenden.
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Den kulturellen Fußabdruck vergrößern
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Russland hat angekündigt, sein Netzwerk von Kultur- und Bildungszentren in Afrika im Rahmen eines Programms namens "Russische Häuser" zu erweitern, um seine akademische und kulturelle Präsenz auf dem Kontinent zu stärken.
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Neue Zentren seien in Ägypten, Sambia, Tansania, Südafrika und Äthiopien geplant, erklärte Jewgeni Primakow, Leiter von Rossotrudnitschestwo, auf der Russland-Afrika-Expo 2025, die im Oktober in Moskau stattfand.
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"Russischkurse werden inzwischen in vielen afrikanischen Ländern angeboten, und die Teilnahme an ihnen öffnet die Tür zu russischen Stipendien, Universitäten, Karrieremöglichkeiten und einer neuen Lebensweise", sagte er.
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Unterstützer des Präsidenten der Zentralafrikanischen Republik zeigen sich bei Demonstrationen - hier im März 2022 - pro-russisch
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Bild: CAROL VALADE/AFP/Getty Images
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Die wachsende Präsenz der Russischen Häuser in Verbindung mit Sprachprogrammen und staatlich finanzierten Studienbeihilfen kann den Anstieg der Stipendienanträge erklären.
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Doch die Kultur steht nicht im luftleeren Raum:
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In der Zentralafrikanischen Republik haben die Behörden Pflicht-Russischkurse für Universitätsstudenten eingeführt.
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Präsident Faustin-Archange
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Touadera ist auf russische Militärhilfe angewiesen, russische Militärberater und private Sicherheitsfirmen haben bereits eine starke Präsenz im Land aufgebaut.
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Bedenken: Propaganda und Rekrutierung Kritiker werfen den Russischen Häusern jedoch vor, als verdeckte Propaganda-Außenposten zu dienen, die im Ausland Kreml-Darstellungen verbreiten.
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Menschenrechtsorganisationen haben Alarm geschlagen, nachdem Berichte ans Licht kamen, wonach einige ausländische Studenten unter Druck gesetzt wurden, sich dem russischen Militär anzuschließen, um einen legalen Aufenthaltsstatus oder eine Verlängerung ihres Visums zu erhalten.
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Es gab Fälle, in denen afrikanische Staatsangehörige in Russland gezwungen wurden, sich an den Kriegshandlungen Russlands zu beteiligen, entweder als Soldaten oder in der Produktion von Waffen und MunitionBild: Isaac Kaledzi/
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DW
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Mehrere von ukrainischen Streitkräften gefangen genommene Studenten gaben an, dass sie unter Androhung von Abschiebung oder Gefängnis gezwungen wurden, Militärverträge zu unterzeichnen.
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Andere wurden in die russische Kriegsindustrie einbezogen, etwa zur Arbeit in Fabriken, die Waffen und Munition herstellen.
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Analysten warnen, dass solche Praktiken Russlands Soft-Power-Ambitionen untergraben könnten.
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"Es ist sehr schlecht für das russische Image, Menschen zum Studium einzuladen und für ihr Studium zu bezahlen, wenn sie am Ende etwas anderes machen", sagte Filatova und fügte hinzu: "Russland braucht afrikanische Länder als Verbündete, nicht als Feinde."
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Anklänge an die sowjetische Vergangenheit
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Während der Sowjet-Ära positionierte sich Moskau als Partner der neuen unabhängigen Staaten in Asien, Afrika und Lateinamerika.
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Tausende von Studenten aus blockfreien Ländern, von denen viele später politische oder wirtschaftliche Führungspositionen einnahmen, erhielten in der Sowjetunion eine Ausbildung.
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Ein Symbol dafür war die 1960 gegründete Russische Universität der Völkerfreundschaft "Patrice Lumumba", die Studenten aus den damaligen Entwicklungsländern ausbildete und gleichzeitig die außenpolitischen Ziele der Sowjetunion förderte.
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Erschwingliche Bildung Ungeachtet der geopolitischen Lage sind die Studiengebühren und Lebenshaltungskosten in Russland deutlich niedriger als an westlichen oder sogar einigen afrikanischen Universitäten.
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"Russische Universitäten sind viel günstiger als ein Studium in Europa oder einigen afrikanischen Ländern", sagt Keith Baptist, ein simbabwischer Vater, dessen drei Kinder in Russland studieren.
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"Auch Unterkunft und Verpflegung sind in Russland viel billiger als hier in Simbabwe."
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Eine Delegation aus Kenia besuchte 1964 die Patrice-Lumumba-Universität in Moskau, die zum Symbol für die langjährigen Beziehungen zwischen Russland und Kenia geworden istBild: Alexei Stuzhin/TASS /IMAGO
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Die jährlichen Studiengebühren für Medizin und andere Fachrichtungen liegen in Russland zwischen 2000 US-Dollar (gut 1700 Euro) und 10.000 US-Dollar (knapp 8600 Euro), verglichen mit 20.000 bis 40.000 US-Dollar in Europa oder den Vereinigten Staaten.
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Jefry Makumbe, ein simbabwischer Absolvent, der 2008 einen Bachelor of Arts Honors in Radio- und Fernsehjournalismus an der Universität Woronesch erworben hat, sagte, dass die Kosten und die Beziehungen entscheidend sind.
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"Die Bezahlbarkeit und die herzliche Beziehung zwischen Russland und den afrikanischen Ländern sind wichtige Faktoren.
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Viele junge Menschen in Afrika wĂĽrden lieber in Russland studieren", sagte Makumbe der DW.
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Filatova sagt, dass Moskau durch die bewusste Finanzierung der staatlichen Universitäten die Kosten niedrig hält.
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"Wenn die Stipendien vollständig bezahlt werden, ist das eine gute Gelegenheit für afrikanische Studenten, die sich keine Ausbildung leisten können.
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Vollständig finanzierte Bildung ist im Westen und sogar in Afrika selbst selten", sagte sie.
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Westliche Nationen erschweren Zugang fĂĽr Studenten
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Analysten verweisen auch auf die zunehmend restriktive Einwanderungs- und Visapolitik in den westlichen Ländern als weitere Ursache für die Hinwendung zu Russland.
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Im Juni setzten die Vereinigten Staaten die Visavergabe, darunter auch Studentenvisa, fĂĽr mehrere afrikanische Staaten aus.
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Washington widerrief auch mehr als 6000 Studentenvisa wegen angeblicher Verstöße gegen das US-Recht.
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Darunter fallen für die Behörden beispielsweise die Überschreitung der Aufenthaltsdauer oder die "Unterstützung des Terrorismus", was die US-Regierung nicht näher ausführte.
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In den vergangenen Monaten wurde Studierenden vorgeworfen, Terrorismus zu unterstĂĽtzen, wenn sie gegen den Krieg im Gazastreifen protestieren.
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"Die westlichen Länder machen es jetzt schwierig, ein Stipendium oder auch nur ein einfaches Studentenvisum zu bekommen", sagte Keith Baptist aus Simbabwe mit den drei studierenden Kindern.
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"In unserem Fall war Amerika die erste Option, nur um dann zu erfahren, dass die Visumanträge ausgesetzt wurden."
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- Author:
- www.dw.com
- Added:
- 2025-12-19 10:04
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